Ponte de Sagres

Vorgestern haben wir noch festgestellt, dass am Generator der Impeller fratze ist. Wieso haben wir den Generator nicht auch gewartet? Na gut, dann können wir eben keinen Strom und kein Wasser selber machen. Der Impeller ist in Gibraltar auf die Schnelle nicht zu bekommen. Vielleicht kann ihn der Schweizer Walter, der in Lissabon zusteigen will, mitbringen. Wir gehen abends noch lecker Paella essen und starten am Mittwochmorgen Richtung Lissabon. Die ersten paar Meilen war alles gut, Sonnenschein, wir haben noch schnell gefrühstückt und Neptun mit Rotwein um gute Winde gebeten. Kaum um die Ecke von Tarifa, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen, kriegen wir Kreuzsee und Wind mit bis zu 30 Knoten gegenan. Die ME schlägt sich tapfer durch kurze, steile und bis zu 5m hohe Wellen. Es knallt und scheppert. Wir und das Schiff bekommen permanente Salzduschen, das Geschirr fliegt aus dem geschlossenen Schrank. Kaputt. Wir haben 33 Stunden gegen dieses Wetter angekämpft. Mit den Wachen das klappt mittlerweile ganz gut. Die Männer machen meistens tagsüber, Hendrik dann bis in den späten Abend, Daniel ab Sonnenuntergang bis ich zwischen 2-4 Uhr aufwache und bis zum nächsten Morgen übernehme. Hendrik merkt während seiner Wache, dass die Drehzahl des Steuerbordmotors immer wieder abfällt und im Motorraum riecht es wieder nach
Diesel. Also muss wieder der Backbordmotor die ganze Arbeit leisten.

Als heute Abend (Donnerstag, den 30.05.2013) der Gegenwind dann auf bis zu 40 Knoten anstieg, wollten wir in einen Hafen, der sich aber nur als Fischerhafen herausstellte, also schnell in die nächste Bucht und ankern. Vorher hisst Hendrik noch die portugiesische Flagge in Sicherheitsweste, da wir mittlerweile in Portugal sind. Jetzt liegen wir in Ponta de Sagres, es wedelt ganz schön und wir wollen duschen, da wir salzig sind. Der Wasserdruck fehlt. Was ist jetzt schon wieder? Unser mit dem Watermaker in Gibraltar aufgefüllter Wassertank ist leer. Also nix mit Duschen. Wir holen uns Wetter von Walter. Da es ab Freitagnachmittag noch heftiger werden soll, werden wir jetzt noch was Warmes kochen. Heute gibt es Nudeln mit lecker tschechischer Waldpilze-Debrecziner-Sahnesoße. Gott sei Dank haben wir Gas, da unser Generator ja auch nicht geht und wir somit die Elektroherdplatte nicht benutzen können. Danach werden wir in die Nacht aufbrechen und versuchen bis nach Sines zu kommen.

Hendrik beim Flaggenwechsel

Hendrik beim Flaggenwechsel

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