Es kann nur besser werden!

Nach langer Zeit melden wir uns nun endlich mal wieder zurück. Irgendwie scheint das nicht unser Jahr zu sein. Ende Januar diesen Jahres in der Woche der „boot“s-Messe in Düsseldorf ereilte Daniel völlig unerwartet ein Herzinfarkt. War wohl doch zu aufregend! Er hatte dank schneller und kompetenter medizinischer Hilfe alles gut überstanden, da haben sich ca. 2 Wochen später gleich zwei Spinalnerven im Halswirbelbereich entzündet. Sehr schmerzhaft! Operieren oder wenigstens Schmerzlinderung durch Spritzen war nicht möglich. da er wegen der Herzgeschichte Blutverdünner genommen hat und das sehr gefährlich gewesen wäre. Auch starke Schmerzmittel und sonstiges halfen nichts. Eine Nervenzerreißprobe! Nach nahezu zwei Wochen Dauerschmerzen und ohne Schlaf fanden wir Gott sei Dank einen wunderbaren Schmerztherapeuten in Düsseldorf, der Daniel mit heilenden Händen und seiner unglaublichen Erfahrung in ein paar Sitzungen mittels Spritzen und Infusionen schmerzfrei bekommen hat. Ein ganz dickes Dankeschön nochmal an Herrn Dr. Böhm an dieser Stelle! Einzig der durch die Entzündung schnell geschwächte Muskel in der rechten Schulter muss wieder aufgebaut werden. Mit diesen ganzen Schwierigkeiten hatten wir bis ca. April/Mai zu kämpfen. Dann konnten wir endlich nach Spanien fahren, um uns um unser Boot zu kümmern und auf die geplante Reise vorzubereiten. Zu tun gab es immer noch genug. Auf einmal fing unser Hund Zappi an, gesundheitliche Schwierigkeiten zu bekommen. Seine sich mehrenden Unwohlzustände, in denen er lethargisch und flach atmend da lag, kamen uns doch irgendwann seltsam vor und wir gingen in Spanien zu dem Tierarzt unseres Vertrauens. Diagnose: Milzhämatom, fast 3 kg schwer! Die Milz muss schon vor ca. 1 Jahr bei einem vermutlichen Sturz zu Hause gerissen sein und ist seitdem immer wieder eingeblutet. Das Zappi überhaupt noch lebte, war ein Wunder! Der arme Kerl hatte fast keine roten Blutkörperchen mehr. Es konnte aber operiert werden. Eine Bluttransfusion war nötig. Zappi hat alles trotz seiner mittlerweile 12 Jahre gut überstanden. Ca. 2 Wochen nach der OP hat er dann zwei Epilepsie-Anfälle und einen Hirnschlag bekommen. Auch das hat er wieder gut verpackt. Als wäre es nicht genug, stellte man jetzt noch eine hochgradige Herzinsuffizienz und eine Zyste in der Prostata fest. Er war sein ganzes Leben kerngesund und  bekommt jetzt eine Krankheit nach der anderen. Mittlerweile haben wir ihn mit diversen Pillerchen, an die er sich erst gewöhnen musste, eingestellt. Er ist ein unglaublich zähes Kerlchen!!!!!!!!!!!!!!!! Trotz allem frisst er noch gerne und geht normal Gassi. Solange das alles noch geht, werden wir für ihn da sein und ihm mit einem altersgerechten Tempo ein bisschen entgegen kommen. Und, wenn es irgendwann nicht mehr geht, werden wir ihn auch nicht unnötig quälen. Wir wissen, dass er nicht mehr der Jüngste ist, aber er war immer ein treuer Freund. Wir bringen es beide nicht übers Herz, unseren Kumpel jetzt im Stich zu lassen! Deswegen werden wir wohl auch dieses Jahr unsere Reise nicht antreten. Wir haben schon einen Winterliegeplatz für unser Boot in Torrevieja. An unserem Schiff haben wir zwischenzeitlich aber trotzdem etwas getan. Unser französisches „Kletteräffchen“ Michel, den wir wegen Daniels immer noch teilweise gelähmtem rechten Arm in den Mast geschickt haben, damit er unter anderem den von der Werft in Frankreich falsch montierten Reservefall tauscht und richtig(!) befestigt, hat festgestellt, dass der Mast selbst auch falsch gespannt war. Michel hat das gerichtet, die Genua repariert und alle Winschen überholt. Mittlerweile sind wir mit der ME auch wieder im Wasser. Für bzw. gegen die Elektrolyse, die wir nach wie vor hatten, ließen wir in Alicante spezielle Bootselektriker kommen. Die Elektrik und Elektronik an einem Schiff ist immer nochmal was anderes als zu Hause. Auch für den Blitzschutz wurden Kabel verlegt. Jetzt bleibt abzuwarten, was das alles gebracht hat. Beim Abtauchen Daniels vor kurzem unter unser Schiff stellte er fest, dass zumindest die Anoden noch nicht so schnell aufgefressen waren wie letztes Jahr. Bleibt noch der Wassertank: Auf eine Empfehlung unseres Seglerbekannten Konrad Methfessel hin, bekamen wir Kontakt mit der Firma BaCoGa in Deutschland. Danke nochmal an dieser Stelle an Konrad! Die besagte Firma vertreibt Flüssigabdichter vor allem für große Heizungstanks usw. Perfekt für uns! Wir füllten den Abdichter mit Wasser in den Tank und fuhren mit dem Boot raus, damit sich das Ganze vermischt und verteilt. Sobald das Mittel aus der gerissenen Stelle austritt und sich mit Sauerstoff verbindet, kristallisiert es und dichtet den Tank wieder ab. Solange das Mittel im Tank war, schien er auch dicht zu sein. Doch nach einigen Tagen ließen wir es wieder ab, spülten den Tank und befüllten ihn mit Trinkwasser. Schon nach einiger Zeit lief das Wasser wieder. Wir bestellten das Mittel nochmal in Deutschland und probierten es abermals. Dasselbe Ergebnis. Unsere Vermutung: Bei der Befüllung nach ca. 400 Litern macht der Tank ein lautes „Klonk“, d.h., er dehnt sich aus. Wahrscheinlich reißt dann jedes Mal wieder dieselbe Stelle. Der Abdichter wird wohl funktionieren, aber gegen diese mechanischen Kräfte kann er auch nichts ausrichten. Da wir jederzeit mittels Watermaker frisches Wasser nachmachen können, ließe sich damit leben, nicht mehr als 400 Liter Trinkwasser mitzuführen. Wenn uns das irgendwann mal nicht mehr reicht, können wir immer noch über den Austausch des Tanks nachdenken. Das ist der aktuelle Stand. Zur Zeit liegen wir mit dem Boot in Moraira und fahren jeden Tag für ein paar Stunden hin, um noch weitere Kleinigkeiten zu erledigen. Vielleicht schaffen wir es noch, im Oktober für ein paar Tage nach Ibiza und Formentera zu segeln. Mal schauen. Ansonsten geht es uns ganz gut. Wir haben einige schöne Wochen mit Freunden und Familie im Haus verbracht. Unser Hausverwalter hat uns freundlicherweise gezeigt, wie man heutzutage Wein herstellt. Nein, das machen nicht mehr die spanischen Frauen mit ihren nackten Füßen, dafür gibt es heute Maschinen. Wir genießen trotz allem das spanische Klima, das Essen und den Wein.

 

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2 Kommentare zu Es kann nur besser werden!

  1. Annett sagt:

    Hallo Ihr Lieben,
    habe leider erst jetzt Euren Kommentar gefunden. Normalerweise informiert uns die Homepage, hat aber irgendwie nicht geklappt. Schön, dass ihr Euch meldet! Wir hoffen natürlich, dass bei Euch alles in Ordnung ist!? Wir sind seit ein paar Wochen wieder in Spanien und bereiten unser Schiff weiter vor. Daniel und mir geht es gut. Zappi merkt man sein Alter (mittlerweile 13) und seine Krankheiten doch schon an. Aber solange er noch Gassi geht und vor allem das Futter schmeckt, geht es ja noch. Schauen wir mal, was dieses Jahr bringen wird! Viele liebe Grüße an Euch drei!

  2. Anke und Bernd sagt:

    Liebe Annett, lieber Daniel, durch Zufall sind wir auf eure Seite gestoßen. Gedacht haben wir immer wieder an Euch und Zappi. Nun lesen wir hier von Eurem nicht wirklich schönen Jahr, welches hinter Euch liegt. wir wünschen euch für das nächste Jahr, ganz, ganz viel Gesundheit und dass ihr Euren Traum weiterleben könnt. Und Wir hoffen, dass Zappi noch eine schöne Zeit habt. Wilma würde ihn bestimmt gerne noch einmal mit ihm über den Rasen laufen und die beiden hätten bestimmt viel Spaß miteinander.
    Ganz liebe Grüße senden Euch
    Anke und Bernd mit Wilma

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