St. Martin und zurück nach Antigua

St. Martin stand eigentlich gar nicht mehr auf unserer Reiseplanung für diese Saison. Da wir aber jetzt noch einen Treffpunkt mit Wojtek finden mussten, um ihm sein Dinghi zu übergeben und er uns unsere Sachen, einigten wir uns darauf, uns auf dieser Insel zu treffen. Außerdem ankerten dort bereits die Courante´s, die wir in diesem Zusammenhang auch nochmal wieder sehen konnten. So segelten wir in einer lauen Aprilnacht bei Flaute und spiegelglatter See die ca. 90 Seemeilen bis in die Marigot Bay. St. Martin ist unterteilt in einen französischen und einen holländischen Bereich. Die Marigot Bay liegt im französischen Teil, ist sehr groß und bietet bei wenig Tiefe und Sand einen idealen Ankergrund. So fiel es uns auch nicht schwer, den Anker um 5.00 Uhr morgens bei Vollmondlicht einfach fallen zu lassen. Um 9.00 Uhr mussten wir aber schon wieder an der Brücke stehen, die sich um diese Zeit öffnet, um in das Innere der Lagune zu kommen, da wir im Hafen einen Platz reserviert hatten. Alles hat super geklappt und wir verbrachten ein paar nette Tage auf der Insel. Wir entschieden uns dann aber, doch noch zurück in die Bucht zu gehen, um in dem angenehm warmen Wasser plantschen zu können. Als die Übergabe mit Wojtek und seiner Familie mit niedlichem Nachwuchs vollbracht war, segelten wir wieder zurück nach Antigua. Der Rückweg war allerdings nicht mehr so gemütlich, da wir auch Gegenwind hatten. Außerdem meldete sich unterwegs der Alarm des Steuerbordmotors. Nach einem Blick in den Motorraum stellte Daniel fest, dass der Krümmer am Motor ein Loch und den ganzen Dieselruß gleichmäßig und in einer tollen Farbe verteilt hatte. Na prima! Zurück auf Antigua reparierte Daniel den Schaden. Leider hatte die starke Verrußung dazu geführt, dass unser Charger (Batterielader) verklebt war und seinen Dienst verweigerte. Jetzt wurden wir langsam nervös, da wir einen gewissen Zeitdruck hatten, denn……..

Auch in diesem Jahr mussten wir uns entscheiden, ob wir über die Hurrikansaison nochmal das Schiff sicher vertäut in der Karibik lassen, schon westwärts Richtung Panama oder doch erst mal wieder zurück ins Mittelmeer gehen. Wir haben aus verschiedenen Gründen und nach langer Überlegung den Weg zurück nach Spanien gewählt. Zum ersten waren wir der Meinung, dass wir doch ausreichend die Inseln und die Kultur der Karibik kennen gelernt hatten. Es war sehr nett dort, aber unsere Vorstellung von einsamen Buchten und kristallklarem Wasser wurde doch nicht so unbedingt erfüllt. Es wird zunehmend voller, vor allem mit Charterschiffen, und die Einheimischen haben sich verständlicherweise an die Touristen angepasst. Wir wollen diese Reise auf gar keinen Fall schlecht reden, aber unser Bedarf war vorerst gedeckt. Zum zweiten hatten wir ein bisschen Bedenken bezüglich Daniels Gesundheit. Der Nierenkolikvorfall war wenig erfreulich bis sehr schmerzhaft, und wir hatten die Befürchtung einer Wiederholung auf der großen, weiten See. Seine Knie sind auch nicht mehr die neuesten. Bei spontanen, ruckartigen Bewegungen, in dessen Verlegenheit man beim Segeln ja doch ab und zu kommt, zwickte es manchmal arg. Zum dritten ist unser armes Schiff hoffnungslos überladen. Auch wir kamen unterwegs zu der Einsicht, dass wir das ein oder andere wohl doch nicht brauchen. So entstand unsere Entscheidung. Wir haben aber noch einen drauf gesetzt und Profiskipper für den Rückweg engagiert. Zum einen hatte ich keine Lust, wochenlang das Schiff alleine zu steuern, falls Daniel ausfällt und zum anderen konnte das Wetter über den nördlichen Atlantik ostwärts gar nicht so gut werden wie auf dem Hinweg in die Karibik. Das Segeln zwischen den karibischen Inseln war supertoll und eine unglaubliche Erfahrung, von der wir keine Sekunde missen möchten, aber die Atlantiküberquerung, die wir beide ganz allein gemacht haben, ist und bleibt unser absolutes Highlight! Die intensivste Erfahrung, die wir beide je gemacht haben, da draußen mit den Elementen der Natur! Auch beziehungstechnisch ist so ein langer Segeltörn eine Herausforderung, da man sich absolut und zu jeder Zeit aufeinander verlassen muss! Wir würden es jederzeit sofort wieder wagen!

Aber jetzt ist unser Plan erst mal der,  zum Ausgangsort zurückzukehren, das Schiff zu entladen, den Mann zu restaurieren, dann noch einige Zeit das Mittelmeer zu erkunden und, wer weiss, vielleicht dann die Reise nochmal anzutreten. Auf Antigua übergaben wir unsere ME und flogen nach Hause. Seitdem stehen wir in regelmäßigen Kontakt zur Crew. In wenigen Tagen werden sie in Gibraltar anlegen, und wir übernehmen unser Schiff wieder.

 

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Ein Kommentar zu St. Martin und zurück nach Antigua

  1. Lili sagt:

    Hallo ihr Lieben, schön von euch zu lesen, dass es euch gut geht und ihr eure ME gleich wieder bekommt.
    Viel Spaß!!

    Britta und Jens
    SY Lili

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