Frankenstammtisch – Bamberg – Tschechien – Spanien

Kurz nach der Schweiztour organisierte der PhoeniX-Club für ein verlängertes Wochenende ein Treffen von abermals ca. 20 Wohnmobilen nahe der unterfränkischen Kleinstadt Hammelburg. Beim sogenannten „Frankenstammtisch“ trafen wir einige nunmehr bekannte Gesichter, lernten aber auch etliche neue Reisefreudige kennen.

Hammelburg ist die älteste Weinstadt Frankens und liegt an den Ausläufern der bayrischen Rhön und an der fränkischen Saale. Vom terrassenförmig angelegten Stellplatz kann man weit über das zauberhafte Saaletal mit seinen rebenbewachsenen Kalksteinhängen, dichten Mischwäldern und saftigen Wiesen blicken. Dort findet man das fürstäbtliche Kellereischloss, das Schloss Saaleck und das Kloster Altstadt. Am ersten Abend wanderten wir ca. 3 km durch den Wald nach Morlesau. Im Restaurant Nöth stärkten wir uns mit typisch fränkischen Schmankerln und Getränken. Wer wollte, konnte am darauffolgenden Tag im Rahmen einer Fahrradtour die Stadt erkunden. Auf dem ländlichen und familienfreundlichen Wohnmobilstellplatz spazieren Alpakas, Hühner, Ziegen, Schweine und Esel umher. In dem kleinen Laden kann man sich mit dem Nötigsten versorgen und Brötchen für den nächsten Morgen vorbestellen. Angeboten werden hier vor allem einheimische Produkte, wie z.B. fränkischer Wein.             

Am zweiten Tag wurden mitten auf dem Platz zwischen den Reisemobilen Tische, Bänke und ein großer Grill aufgebaut. Det, der Organisator dieses Treffens, hatte auf Vorbestellung große Ribeye-Steaks dabei, und jeder brachte mit, was er wollte. An einer langen Tafel wurde geschmaust, gesöppelt, gefachsimpelt und zu vorgerückter Stunde nach einigen Kümmerlings auch noch geträllert. Logischerweise musste man sich am folgenden Tag erstmal erholen. 

Kalli, dem Betreiber des Stellplatzes „Forellenhof Reuß“ gehört auch die dort befindliche Gaststätte „Ausblick“, in welche wir am letzten Abend unseres Aufenthaltes einkehrten. Dort bekommt man deftige Hausmannskost, wie z.B. Schnitzel, Kallis legendäre Steinofenpizza, aber natürlich auch frische Forelle. Danach versammelten sich alle Mann (und Frau) nochmal auf dem Hauptplatz in gemütlicher Runde um ein „Lagerfeuer“, welches eher aussah wie ein brennender Hocker. Coole Erfindung! Die Ab- resp. Weiterreise stand in den nächsten Tagen natürlich jedem frei. Wir kehrten erstmal nach Hilden zurück und bereiteten uns auf den nächsten Trip vor. Resümierend kann man sagen, dass der Stellplatz in Hammelburg günstig für Nord-Süd-Transitreisende an der A7 gelegen und ein gastfreundlicher Ort für Erholungssuchende ist.

Unser nächstes Ziel war Tschechien, um dort noch einige Angelegenheiten zu erledigen. Auf dem Weg dorthin hatten wir aber vorher noch einen Termin im PhoeniX-Servicecenter in Schlüsselfeld. An unserem Vogel mussten noch einige Reparaturen durchgeführt werden. Als wir dort ankamen und einparkten, bemerkte ich eine Schramme an unserem Heck, die vorher noch nicht da war. Nach einiger Überlegung kamen wir darauf, dass es unterwegs passiert sein musste, als wir auf einem Parkplatz an einem Golfplatz gewendet haben. Wir müssen da wohl ein parkendes Auto touchiert haben. Pflichtgemäß hat Daniel die Polizei angerufen und es gemeldet. Die kamen sogar bei uns vorbei und haben den Schaden aufgenommen.

Am nächsten Tag wurden im PhoeniX-Servicecenter hauptsächlich endlich die vorderen beiden Seitenfenster unseres Womos ausgetauscht, da diese undicht waren. Außerdem konnte man sie ohne Weiteres von außen aufschieben, obwohl sie verschlossen waren. Da der Einbau einige Zeit dauerte und die Rahmen über Nacht trocknen mussten, quartierte uns PhoeniX im nahe gelegenen Hotel Storch ein. Bei unserem vorherigen Aufenthalt in Schlüsselfeld hatten wir schon im Restaurant Storch gegessen und den Besitzer, Herrn Storch, kennen gelernt. Der mittlerweile über 90jährige begrüßt die Gäste persönlich, hält hier und da ein Schwätzchen und hat bei uns einen bleibenden, sympathischen Eindruck hinterlassen. Weil auf die Schnelle kein Zimmer mehr frei war, quartierte uns die kesse Hotelangestellte kurzerhand in einem kompletten Haus mit Sauna, Pool und allem Schnipp und Schnapp ein. Es könnte einen schlimmer treffen!

Um uns tagsüber die Zeit zu vertreiben, besuchten wir die in der Nähe gelegene Stadt Bamberg und unseren langjährigen Freund und Harley-Schrauber Siggi, der sich sehr über ein spontanes Wiedersehen freute. Die UNESCO-Weltkulturerbestadt Bamberg in Oberfranken liegt an der Mündung der Flüsse Main und Regnitz und erstreckt sich über sieben Hügel. Aus diesem Grund, und da in der Altstadt gut erhaltene Bauten aus dem 11. bis zum 19. Jahrhundert zu bestaunen sind, wird Bamberg auch gern als das fränkische Rom bezeichnet.

Damit bloß keine Langeweile aufkommt, fuhren wir unser Womo nach Erledigung der Arbeiten bei PhoeniX nach Schweinfurt zur Firma Hering, die an unserem Fahrzeug einen Unterbodenschutz und eine Hohlraumversiegelung vornahm. Sehr zu empfehlen! Vor allem, wenn man im Winter fährt, schützt man den Camper von unten vor Korrosion durch Salz. Weil die Beschichtung ein paar Tage in Anspruch nahm, reisten wir mit dem auf unserem Trailer mitgeführten PKW nun nach Tschechien und warteten auf den Anruf, dass unser Camper fertig ist. Dort verbrachten wir einige wunderschöne Tage, bummelten durch Daniels Heimatstadt Pilsen und besuchten alte Bekannte von Daniel. Nach Abholung unseres Womos in Schweinfurt begaben wir uns abermals nach Hilden. Im August findet jedes Jahr in Düsseldorf die Caravan-Messe statt. In diesem Zusammenhang ergab sich ein kleines PhoeniX-Treffen bei uns auf dem Hof. Auf der Messe klärten wir noch einige campertechnische Fragen, holten uns Tipps und trafen etliche Wohnmobilisten, die wir mittlerweile kennen gelernt hatten. Danach hieß es schon wieder Packen, denn wir wollten uns auf den Weg nach Spanien machen, um dort den Herbst zu verbringen.

Den Weg nach Spanien verbanden wir mit einem Zwischenstopp bei der Firma Tegos in Ostrach, um uns eine neue Tür einbauen zu lassen. Unterwegs zur oberschwäbischen Gemeinde im Landkreis Sigmaringen übernachteten wir noch einmal in Tübingen, da es uns dort so gut gefallen hat. Die neue Tür hat jetzt einen praktischen Schließmechanismus. Man muss die Tür nicht mehr jedes Mal mit aller Kraft zu schlagen, sondern nur leicht andrücken und die automatische Zuziehhilfe sorgt dafür, dass die Tür sanft ins Schloss fährt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Treppe beim Losfahren jedes Mal automatisch einfährt. Vorher hatten wir schon ein paar Mal das Problem, dass die Treppe draußen blieb, wenn die Tür nicht richtig geschlossen war. Das kann schon mal ins Auge gehen. Zur erhöhten Sicherheit hat die neue Tür zusätzlich zum funkgesteuerten Hauptschloss ein mechanisches Schloss, damit wir es den Dieben nicht ganz so leicht machen. Und zu guter Letzt tauschten wir auch das Fliegengitter aus. Es war nach ein paar Monaten schon defekt. Außerdem nervte das ratschende Geräusch beim Auf- und Zuschieben. Jetzt ist es ganz leise und hält hoffentlich länger. Die Montage der gesamten Anlage dauerte 1 ½ Tage, aber wir waren in guter Gesellschaft, da sich auch Helga und Karl, die wir bei der Schweiztour kennen gelernt hatten, eine neue Tür einbauen ließen. Von der Firma Tegos bekamen wir außerdem einen Leihwagen gestellt, mit dem wir ein bisschen durch die Gegend gondeln konnten.

Dann ging es endlich nach Spanien. Langsam mussten wir auch unser Schiff vorbereiten, damit wir es ins Winterlager bringen konnten. Ein bisschen wehmütig setzten wir Ende Oktober nach Alicante über. Da wir in dieser Saison gar nicht mit dem Schiff gesegelt sind und auch zukünftig immer weniger Zeit haben werden, verkaufen wir es wohl in naher Zukunft. Es tut uns weh, dass es ungenutzt rumliegt. Außerdem werden wir ja auch nicht jünger, und die Handgriffe fallen einem zusehends schwerer. In Alicante liegt es jetzt erstmal sicher bei einer Firma auf dem Werftgelände. Wir haben Segel abgeschlagen, Motoren, Generator, Batterien usw. eingemottet, alles für den Winter getan, was man halt so tun muss. Im Haus stehen auch noch im Moment einige Umbauarbeiten an, bevor wir in Kürze mit dem Womo nach Deutschland fahren. Dort haben wir nur einige wenige Tage, um Arztbesuche wahrzunehmen und unsere Wintersachen einzupacken. Die Feiertage verbringen wir dieses Mal mit dem Womo beim Wintercamping bzw.-glamping in Österreich.

Abschließend wünschen wir Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2019!

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