Von Gran Canaria nach Kap Verde

Am 20.12.2015 drehte der Wind auf Gran Canaria von Süd auf Nord/Nordost und wir verließen Las Palmas. Kaum aus dem Hafen raus, setzten wir den Parasailor und rauschten mit bis zu 14 Knoten über den Atlantik.  Unseren Schweizer Bekannten Heinz, der mit seinem Katamaran „CantaLibre“ ungefähr eine Stunde vor uns gestartet ist, holten wir nach ein paar Stunden ein und konnten noch auf See miteinander auf UKW quatschen. Der Parasailor ist wirklich ein geiles Segel! Als der Wind gegen Abend bis zu 30 Knoten auflief, bargen wir die Bubbel aber lieber. Für die Nächte haben wir dann sowieso lieber die Genua gesetzt, die kriegen wir bei zunehmendem Wind schneller eingerollt. Wie wir ja schon in unseren kurzen Zwischenreporten berichtet haben, waren die Wetterbedingungen für die Überfahrt recht gut, einzig die wieder eingetretene Kreuzsee ist nicht so angenehm gewesen.

Nochmal zu den Zwischenberichten: Wir haben von unterwegs die Möglichkeit, kleinere Texte per Kurzwelle (KW) auf die Homepage zu setzen. (Danke an dieser Stelle nochmal an Ralf Meischner, der uns dabei geholfen hat, dieses einzurichten!) Ich kann aber erst wieder an Land mit Wifi kontrollieren, ob es geklappt hat. Deshalb haben wir beim letzten Bericht z.B. das Problem gehabt, dass er dreimal übertragen worden ist. Das kann ich dann aber nachträglich ändern. Genauso verhält es sich mit dem Positionsbericht. Wir können ihn von unterwegs per KW senden, aber nicht kontrollieren. Unsere Position auf www.vesselfinder.de hingegen wird per AIS übertragen, der uns aber unterwegs leider ausgestiegen ist. Deshalb verliert sich das Signal am 22.12.2015.

Wir legten gut Strecke zurück und das die meiste Zeit mit Segeln. Nur am Schluss der Überfahrt haben wir motort, da der Wind nachließ und wir voran kommen wollten. Weihnachten auf See rückte immer näher. Nach dem Windgenerator-Debakel gaben wir aber nicht auf und versuchten weiterhin einen Fisch für den Heiligen Abend zu angeln. Unser nächster Fang war ein neongrünes Fischerseil mit einem Stück Netz, farblich passend zum Köder. Darin verfangen hatte sich Seetang, der aussah wie ein Mistelzweig. Sehr interessant, als Weihnachts“karpfen“ aber nicht geeignet. Irgendwie haben wir kein Glück mit der Angelei. Daniel hat aber mit seinem köstlichen Schweinefilet im Speckmantel mit Kartoffelgratin den Heiligen Abend romantisch bei Vollmond mehr als gerettet.

Um in die Karibik zu kommen, soll man von den Kanaren erstmal so weit wie möglich südlich und dann mit dem einsetzenden Passatwind aus Ost kurz vor den Kapverden Richtung Westen gehen. Wir hatten uns ja offen gelassen bzw. es vom Wind abhängig gemacht, ob wir direkt rüber gehen oder einen Zwischenstopp einlegen. Unterwegs haben wir dann entschieden, Kap Verde doch noch mitzunehmen, wenn wir schon hier unten sind, und so machten wir am Vormittag des zweiten Weihnachtstages in der Marina von Mindelo auf der Insel Sao Vicente fest. Außerdem wollten wir den Windgenerator wieder komplett befreien, damit er uns weiter Strom liefert und uns auch um diverse andere Sachen kümmern, die unterwegs schon wieder kaputt gegangen sind, wie z.B. das AIS oder den Steuerbordmotor, der erneut nachts Alarm geschlagen hat. In Las Palmas war die Öldruckanzeige defekt. Wir haben sie teuer per Express in Schweden oder Italien bestellen müssen und ausgetauscht. Jetzt stimmt irgendwas mit der Wassertemperatur nicht. Immer wieder sind wir froh, dass wir zwei Motoren haben.

Wir werden hier über Silvester bleiben und wünschen Euch allen einen guten Rutsch in das Jahr 2016! Dank der Zeitverschiebung bekommen wir noch 2 Stunden vom alten Jahr geschenkt und rutschen erst später rein. Wir werden lecker essen gehen und uns dann in das Nachtleben von Mindelo stürzen. Lasst es Euch gut gehen, feiert schön, genießt jeden Augenblick und vor allem: Vergesst Eure Träume nicht!

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