Endlich geht es weiter!

Wir sind vor ein paar Tagen in Spanien angekommen, um weiter an unserem Schiff zu arbeiten. Die Versuche, in Deutschland das Haus einzumotten, haben sich schon schwieriger gestaltet, als erwartet. Mit einiger Verzögerung haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Im April waren wir bereits einige Tage auf dem Boot, um eine Bestandsaufnahme der noch zu erledigenden Aufgaben zu erstellen und einige Teile zur Bearbeitung mit nach Hause zu nehmen (z.B. die Rudergelenke). Wir wussten also, was uns hier erwarten würde. Unser größtes technisches Problem ist der undichte Wassertank, der angeblich letztes Jahr in der Werft repariert wurde. Daniel hat zwischenzeitlich mit einer Kamera verrostete Schweißnähte eruieren können. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir ihn reparieren sollen. Der Tank ist aus Edelstahl und in den Rumpf einlaminiert. D.h., wir müssten große Teile der Bordwände aufschneiden, was erheblichen Einfluss auf die Stabilität des Schiffes haben könnte. Nachfragen bei der Werft und bei hiesigen Spezialisten führte bis jetzt zu Ratlosigkeit. Mit einem defekten Wassertank wollen wir aber auch nicht lossegeln. Das nächste Problem zeigt sich in der immer noch bestehenden Elektrolyse. Unsere Anoden sind in nullkommanix aufgefressen. Auch diese Problematik sollte in der Werft erledigt gewesen sein. Wir wissen noch nicht, ob es an den Motoren selber liegt oder an irgendeiner elektrischen Verbindung. Man müsste in mühevoller Kleinarbeit den Übeltäter ausfindig machen. Dann bekommen wir die Rollreffanlage unserer Genua ums Verrecken nicht runter. Daniel war im Mast und hat von feinfühligem Gutzureden bis hin zu brutaler Gewalt alles versucht. Nichts zu machen. Von einem italienischen Werftnachbarn erfahren wir, dass das bei ihm auch jedes Mal ein Problem ist.  Dann reihen sich noch weitere größere und kleinere Dinge in diese To-Do-It-Liste. Somit ist die Stimmung, ich will nicht sagen, auf dem Tiefpunkt, aber na ja, nah dran. So eine Weltumsegelungsvorbereitung ist nicht nur technisch gesehen, sondern auch mental eine Herausforderung.  Mir ist klar, dass Ihr stattdessen lieber Reiseberichte von fernen Zielen, kulinarischen Köstlichkeiten und exotischen Schönheiten sehen würdet. Wir auch! Doch das haben wir leider noch nicht zu bieten. Uns „trösten“ die Erzählungen verschiedener Segelfreunde, die uns sagen, dass man mit einem Boot nie fertig werden kann und einfach irgendwann lossegeln sollte.  Bekannte hatten einen Blitzeinschlag in deren nagelneuen Katamaran. Das ganze Boot ist kaputt! Es muss so gut wie alles neu gemacht werden. Was sagt uns das? Es geht auch schlimmer. Und was sagt uns das noch? Wir sollten wohl jetzt auch noch was für den Blitzschutz tun. Na, klasse!

 

 

 

 

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2 Kommentare zu Endlich geht es weiter!

  1. Hey ihr beiden
    keine aktuellen Berichte ? Wo steckt ihr denn aktuell ? Wir sind wahrscheinlich erst im Januar in den SAN BLAS INSELN……
    Wir sehen uns! Grüße, Andi & Petra

  2. Ralf sagt:

    hallo ihr beiden!

    wir haben uns weihnachten, ich denke 2007, bei jürgen und siggi in el gouna kennengelernt. ich habe damals einen katamaran nautitech 47 gefahren.

    ich wünsche euch viel glück für die bevorstehende reise!

    liebe grüße vom roten meer,

    ralf

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