Südspanien – Deutschland – Tschechien

Unser erster Kurztrip mit unserem Vogel ging nach Andalusien. Dort wollten wir unbedingt die bedeutende Stadtburg Alhambra besuchen, die auf dem Sabikah-Hügel von Granada thront. Da das Wetter schon seit Wochen nicht so gut war, hatten wir diese Reise immer wieder verschoben. Jetzt sollte es aber endlich losgehen. Leider hatten wir trotz passabler Vorhersage Regen und starken Wind. Auf dem Weg über die landschaftlich grandiose Sierra Nevada konnte ich mir den Spruch nicht verkneifen: „Jetzt fehlt eigentlich nur noch Schnee!“ und prompt schneite es auch noch. In Granada angekommen, übernachteten wir auf einem Stellplatz direkt vor der Burg. Am nächsten Morgen starteten wir eine private Führung mit einem Guide nur für uns beide. Der Name Alhambra –„Der rote Palast“ – kommt aus dem Arabischen und ist vermutlich auf die rötliche Färbung der Außenmauern zurückzuführen. Nachdem die Mauren die iberische Halbinsel besiedelt hatten, bauten sie hier erstmal eine Burg. Im Zuge der Bürgerkriege des 9. Bis 12. Jahrhundert wurde sie von Berberstämmen übernommen und zu einer Festung umgebaut, um sich vor Bürgerunruhen zu schützen. Im Jahr 1238 hielten die Nasriden hier Einzug und gründeten sogar ihre eigene Dynastie. Der Bau der Alhambra wurde abermals erweitert, und somit erklären sich die unterschiedlichen Stilrichtungen der Bauwerke. Nach langer Belagerung fiel im Jahre 1492 Alhambra als die letzte Bastion der Mauren und wurde an die Katholischen Könige übergeben. Mehrere Stunden lustwandelt man durch die weitläufige Anlage und bestaunt die beeindruckende Architektur. Die Wände der Nasridenpaläste sind mit blauen und goldenen Arabesken und arabischen Schriftzügen aus Stuck verziert. Islamische Murquanas (Stalaktitengewölbe) zieren die Kuppeln der Säle. Immer wieder findet man kunstvoll angelegte Gärten, in denen Brunnen und Wasserspiele zur Abkühlung plätschern. Der Gesamtkomplex der Festung ist von einer türmebewehrten Stadtmauer umgeben, deren Bollwerk die Alcabaza (Zitadelle) bildet. Der Rundgang durch die Alhambra war sehr eindrucksvoll, und wir wollen diese Tour noch einmal in einem Sommermonat wiederholen, wenn die Gärten in einer noch schöneren Blüte stehen. Auf der Rückreise an die Ostküste Spaniens legten wir am darauffolgenden Tag einen Zwischenstopp in Estepona ein, um unseren Freund Heinz, der mit seinem Katamaran gemeinsam mit uns in die Karibik gesegelt war, zu besuchen. Nach einigen Tagen Aufenthalt in dem idyllischen Küstenstädtchen brachen wir wieder Richtung Moraira auf, da wir dort wieder mal nach unseren Handwerkern sehen mussten, die den Pool und die Terrassen umbauten.

Wegen einiger Termine im April in Deutschland und Tschechien verließen wir Spanien für ein paar Wochen. Auf dem Weg dorthin holten wir in Süddeutschland zuerst einmal eine Box für unsere E-Bikes ab, die mittlerweile schon am Womo montiert ist. Bei der Firma Vanglas ließen wir die Plastikfenster am Camper gegen Echtglas austauschen. Sehr zu empfehlen! Sie zerkratzen nicht so leicht, sind sicherer, man kann eine Tönungsfolie aufkleben lassen, und sie sehen edler aus. Außerdem sind wir der Meinung, dass die Geräuschkulisse beim Fahren ruhiger geworden ist. Zu guter Letzt waren wir noch bei der Firma Jennert, die uns ein tolles Konzept für ein Soundsystem im gesamten Wohnmobil erstellt hat. Alles wäre gut gewesen, wenn es nicht bereits auf der spanischen Autobahn plötzlich einen Schlag getan hätte. Wir haben gedacht, dass wir über irgendein Teil gefahren sind. An der nächsten Raststätte schaute Daniel nach, was passiert sein könnte. Dabei fand er ein klaffendes Loch in der Frontschürze des Campers. Wir hatten den kompletten Scheinwerfer verloren. Unglaublich! Des Weiteren musste Daniel mehrmals auf der Autobahn aussteigen und die Seitenschürzen des Womos festbinden, weil sie sich nacheinander lösten und nach oben flatterten. Nicht ganz ungefährliche Aktionen. So summierten sich noch weitere Kleinigkeiten und wir waren gezwungen nach Schlüsselfeld ins Werk zu fahren, damit die wichtigsten Mängel behoben wurden. Auch nach unserer Ankunft in Hilden mussten wir noch einige Male zum Händler und zu MAN, weil immer wieder Schwierigkeiten auftraten. Der Hauptgrund unserer Deutschlandtour war der 90. Geburtstag meiner Oma, den wir auch gebührend und zu ihrer großen Freude feierlich im Kreise der Familie begehen konnten. In der Woche darauf fuhren wir nach Tschechien in die Heimat von Daniel, damit er am 45jährigen Abiturtreffen teilnehmen konnte, bei welchem er seine Professoren und Mitschüler wiedersehen konnte. Zurück in Hilden erledigten wir noch einige Arbeiten am Haus und am Camper. Unter anderem ließen wir einen Gastank unter den Vogel bauen, den wir zum Heizen und Kochen nutzen können.

Anfang Mai traten wir dann wieder die Rückreise nach Spanien an. Leider waren die Handwerker am Haus immer noch nicht fertig. Mittlerweile war es auch an der Zeit, unser Schiff aus dem Winterlager in Alicante zu holen. Nachdem wir die ME mit tatkräftiger Unterstützung unseres Freundes Peter in der Werft vorbereitet hatten, wurde sie zu Wasser gelassen. Obwohl Daniel dabei den Kranführer darauf hinwies, dass er nicht einfach die Haltebänder des Krans bei laufendem Propeller unter dem Schiff vorziehen kann, ließ er sich nicht davon abbringen. Zum Schutz der Schiffe sind um diese dicken Trageriemen große Flieslappen gewickelt. Teile davon haben sich im Wasser gelöst und sind durch das Hochziehen der Bänder in unseren Propeller geraten. Selber schuld! Ein Werftarbeiter musste in der Brühe tauchen gehen und den Antrieb wieder davon befreien. Nach etlicher Zeit Verzögerung segelten Daniel und Peter unsere ME nach Moraira in unseren Heimathafen. Nachdem der Umbau am Haus endlich beendet war, hieß es putzen. Das Haus von innen war mein Bereich. Daniel kärcherte die Terrassen. Irgendwann war auch das Womo sauber und das Schiff strahlte vor Cleanheit nach dem Schmutz in der Werft. Dann kam eines Abends roter Regen mit dem Sand der Sahara. Der Pool war rot, die Terrassen, der PKW, das Womo und das Schiff, alles rot! Also hieß es wieder tagelanges Putzen! Wir hoffen, dass es vorerst der letzte Sahara-Regen war. Wahnsinn, wie viele tausend Kilometer die kleinen Staubteilchen zurücklegen können! Wenn wir nicht gerade am Putzen sind, gehen wir immer häufiger Golfen und bereiten unsere bevorstehende Schweizreise vor. In den nächsten Tagen werden wir hier flüchten, weil es uns der Sommer in Spanien zu heiß und zu voll wird. Zuerst werden mit 20 anderen PhoeniX-Wohnmobilen durch die wunderschöne Schweiz reisen, danach verbringen wir einige Wochen in Deutschland.

 

 

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