Zurück auf Trinidad

Von Deutschland nach Chaguaramas auf unser Boot zu gelangen, war eine kleine Odyssee, aber wir sind gut angekommen. 6 Uhr aufstehen, unser Freund Axel fuhr uns nach Frankfurt zum Flughafen. Unterwegs mussten wir anhalten, weil mir, wohl vor lauter Aufregung, speiübel war. Am Flughafen gaben wir unser Gepäck auf, frühstückten erstmal in der Business Lounge und warteten auf unseren Flieger. Alles lief planmäßig. Wir trafen die Lili´s, die Florimell´s, Herbert von der Kalimera und die Wagemut´s. 13.50 Uhr sollte es losgehen. Alle saßen schon im Flugzeug. Nach einiger Zeit kam die Durchsage, dass das Toilettensystem an Bord nicht funktionierte. Okay, auf einem fast zehnstündigen Flug könnte das zu einem Problem werden. Alles wieder aussteigen. 1,5 bis 2 Stunden warten, weil wir eine neue Maschine bekamen, die erst noch vorbereitet werden musste. Da wir in guter Gesellschaft waren, verging die Zeit wie im Flug. Nach dem Borden des anderen Flugzeuges starteten wir endlich. Der Flug war super. Der Pilot holte sogar noch ca. eine Stunde raus. Erstes Zwischenziel war Tobago. Da Trinidad und Tobago zusammen gehören, mussten wir hier schon mal durch Immigration und Zoll. Bei der Immigration hatten wir Glück und bekamen 3 Monate Aufenthaltsgenehmigung. Die Crew der Lili bekam nur zwei Tage. Danach muss man sich eine Verlängerung holen, was immer mit relativ viel Aufwand und Kosten verbunden ist. Warum die Zeiträume der Genehmigungen so unterschiedlich sind, weiß keiner so genau. Es scheint uns alles sehr willkürlich. Weiter ging es zum Zoll. Wir hatten schon im Flugzeug ein Formular ausgefüllt, auf dem unter anderem steht, was man alles so einführen möchte. Ehrlicherweise kreuzten wir Food und Medikamente an. Food mitzubringen, ist hier in einigen Fällen ein Problem, vor allem Honig darf man nicht einführen. Die Zollbeamtin fragte uns, was wir an Food haben. Wir antworteten: Würstchen und Senf. Wir mussten mit unseren Koffern eine Abteilung weiter und unsere Würstchen zeigen. Sausages are not allowed! Kurzerhand wurden unsere guten ungarischen Czabajka einkassiert. Alles Jammern nützte nichts. Die uniformierte Lady interessierte nicht, dass wir die Leckerchen extra für unseren Freund Olaf mitgebracht haben. Auch, dass wir behaupteten, dass es eine Spezialität aus Daniels Heimatland ist, zog nicht. Wobei andererseits: Wir wollen ja niemandem was unterstellen, aber wir hatten schon das Gefühl, dass sich da jemand auf ein köstliches Abendmahl freut. Na ja, man soll halt vielleicht doch nicht immer so ehrlich sein. Wir hatten aber die Befürchtung, wenn wir nichts ankreuzen, dass sie dann unsere Koffer durchsuchen. Was passiert, wenn sie etwas finden, was man nicht einführen darf, wissen wir nicht, aber manchmal sind die Behörden hier sehr streng, und das wollten wir nicht riskieren. Durch die Verspätung des Fluges und bis alle Crews durch Immigration und Zoll waren, haben wir unseren Anschlussflug nach Trinidad verpasst. Okay, dann nehmen wir halt den nächsten. Die kleinen Propellermaschinen fliegen zwischen Tobago und Trinidad hin und her, wie bei uns die Busse fahren. Das Problem war nur, dass wir keinen Platz mehr bekommen haben. Wir waren ca. 18.30 Uhr (Ortszeit) gelandet. Die nächste Möglichkeit auf die andere Insel zu kommen, war um 1.50 Uhr am nächsten Morgen, aber das konnte man uns auch nicht versprechen. Alternativ wollten wir mit der Fähre übersetzen, erfuhren aber, dass gerade an diesem Abend die zwei letzten Fähren ausgefallen waren. Nachdem wir alle endlich ein Ticket für den 1.50 Uhr-Flug hatten, warteten wir die 7,5 Stunden in einer völlig unterkühlten Wartehalle auf sehr unbequemen Stühlen und einem viel zu lauten Fernseher. Traumhaft! Dann konnten wir den 25minütigen Flug antreten. Wir hatten ein Großraumtaxi für alle in Trinidad vorbestellt. Ich musste den armen Kerl immer wieder vertrösten. Statt um 20.00 Uhr hat er uns um 2.30 Uhr abgeholt. Die Fahrt zur Werft dauerte nochmal ca. eine Stunde. Vom Aufstehen bis zur Ankunft auf dem Schiff waren 27 Stunden vergangen. Dann waren wir so aufgedreht, dass wir noch zwei Stunden gebraucht haben, um einzuschlafen. Nach drei Stunden waren wir wieder wach, da es hier 8.00 Uhr morgens und schon wieder hell war. An die sechsstündige (mittlerweile fünfstündige) Zeitumstellung muss man sich erstmal wieder gewöhnen. Rainer von der Balou kam vorbei und sagte uns netterweise Bescheid, dass sich alle zum Frühstück im Restaurant in der Nebenwerft treffen. Mittags fielen wir wieder ins Bett und schliefen bis zum nächsten Tag durch. Dann schauten wir uns erstmal vorsichtig unser Schiffchen an. Innen war alles super trocken dank Klimaanlage. Außen, oh je! Unter der Plane war es in diesen tropischen Gefilden wie im Gewächshaus, sodass sich auf dem Deck sogar Moos gebildet hat. Unser Nachbarschiff, die Wagemut, die keine Abdeckung hatte, war dagegen richtig sauber. Die Plane hat uns in Spanien immer vor Vogel-Aa geschützt, welches sich in die Oberfläche ätzt. Dort ist es aber nicht so feucht wie in der Karibik. Hier ist es scheinbar besser ohne Plane, da die beinahe täglichen Regengüsse alles wieder vom Deck spülen. Nachdem wir ausgeschlafen und uns an die drückende Hitze einigermaßen gewöhnt hatten, hieß es: Plane runter und Schiff putzen. Außerdem hat uns Olaf schon vorgewarnt, dass in unserer hinteren Backskiste im Cockpit ein Dieselkanister geplatzt war. Durch die Öffnungen nach unten ist einiges an Diesel bis über das Antifouling gelaufen und hat sich bis auf den Gelcoat durchgefressen. Wir hoffen, dass es nicht noch weiter gegangen ist. Sonst haben wir ein ziemliches Problem und müssen auf den Glasfaser neues Gelcoat auftragen. Bis wir wieder seeklar sind, werden viele weitere Arbeiten folgen. Wir rechnen, dass wir 2-3 Wochen brauchen werden, da wir uns keinen Stress machen. Wenn alles fertig ist, gehen wir wieder ins Wasser und wollen nach Tobago oder Grenada segeln.

 

 

 

 

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